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BERLINER MORGENPOST
1981:
Bombenkondition im Baby-Bad
BZ Berlin, 7. April 1983:
Ein Monat alt - und schon ein Schwimmer
BZ Berlin, 2. August 1990 :
Plantagenstraße: Baby-Schwimmkurse
Der TAGESSPIEGEL 1993:
Der jüngste Schwimmer ist vier Wochen
alt
BERLINER MORGENPOST
31.5.2001
Wenn Oma die Schwimmflügel anlegt
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BERLINER
MORGENPOST 1981:
Bombenkondition im Baby-Bad
Der
jüngste Berliner, der sich allein über Wasser halten
kann, heißt Niko Schnepf. Er ist zehn Wochen alt und wiegt
zwölf Pfund. Mit 62 Zentimeter ist er der zur Zeit kleinste
Kandidat in einer achtköpfigen Babyriege der Berliner Kinder
- Schwimmschule. Gestern absolvierte der Tempelhofer Jungbürger
seine zweite Trainingsstunde in der Steglitzer Plantagenstraße
2.
Lässig ließ er die Muskeln spielen, sich die Gummibadehose
überstreifen und: Ab ging's ins 33. Grad warme Becken. Badekappenzwang
gab es - mangels Haar - vorerst nicht. Nur die Windeln mußten
an der Garderobe abgegeben werden.
Die seit elf Jahren etablierte Schule hat sich mit Erfolg auf
Kinder spezialisiert. Ihnen soll schon in den ersten Monaten die
Scheu vor dem nassen Element genommen werden. Ein- bis zweimal
wöchentlich werden die winzigen Kunden von den Eltern in
Tragetaschen gebracht. In einem Kursus mit 20 halben Stunden -
Kostenpunkt 260 Mark - sollen sie frühzeitig dem Sport nähergebracht
werden. Mama oder Papa sind obligatorisch im Wasser immer dabei.
Karin Gustke-Gundlach gibt als Schwimmlehrerin gekonnt Hilfestellung.
Sie ist zuständig für die "Null- bis Dreijährigen".
Die als Fachübungsleiterin für Schwimmen und Retten
augebildete 26jährige Erzieherin sagt:"Unser Ziel ist es,
daß hier jegliche Angst vor dem Wasser verloren geht und
kurze Strecken ohne Schwimmhilfen geschafft werden."
Richtiges Schwimmen kann erst mit etwa drei Jahren gelernt werden.
Dieses hier sieht mehr nach temperamentvollem Paddeln junger Hunde
aus.
Die schlechten Erfahrungen, die sensible Kandidaten häufig
in heimischen Badewannen erleben mußten, sollen überwunden
werden. Nach fünf Übungsstunden sind meist die ersten
Erfolge zu verzeichnen. Dann wird's ernst: Das Baby muß
tauchen lernen. Mit sanfter Gewalt wird der Strampler unter Wasser
gedrückt.
Niko, hoffnungsvoller Sproß eines Studienrates und einer
pharmazeutisch-technischen Assistentin, zeigte gestern morgen
eine Bombenkondition. "Tränen, dementiert der Vater stolz,
"die gibt's hier nie!" Der Schlußsatz geht im ohrenbetäubenden
Gebrüll des Meisterschwimmers unter. Niko hat sich vermutlich
naß gemacht.
Ursula von Bentheim
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BZ Berlin, 7. April 1983:
Ein Monat alt - und schon ein Schwimmer
Sven
war erst einen Monat alt, als er zum ersten Mal in Berlins 1.
Kinder-Schwimmschule im 33 Grad warmen Wasser planschte. Seit
13 Jahren lernen bei Rainer Hollain große und kleine Berliner
schwimmen und tauchen. Die ältesten Schüler sind ein
Ehepaar mit 85 Jahren.
Ein Baby-Kursus (20 Stunden à 30 Minuten) kostet 250 Mark,
ein Kursus für Jugendliche (17 Stunden à 45 Minuten)
285 Mark. Erwachsene zahlen für 15 mal 30 Minuten 310 Mark.
Das Gute dabei: Keine Gruppe ist größer als drei Mann.
Wenn Sie auch schwimmen lernen wollen in der Schule an der Plantagenstraße
2 (Steglitz) können Sie sich bei einer Probestunde den Betrieb
gratis ansehen.
Und noch eins: Seit Anfang des Jahres hat die Schwimmschule eine
Filiale in den Thermen Marienfelder Allee.
RB
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BZ
Berlin, 2. August 1990 :
Plantagenstraße: Baby-Schwimmkurse
"Im
Babieschwimmkurs sollen sich die Kleinen erst einmal spielerisch
an's Wasser gewöhnen", so Uwe Feder (29), Schwimmlehrer der
Kinderschwimmschule an der Plantagenstraße 2 in Steglitz.
Bei 36 Grad Wassertemperatur, mit Mama oder Papa an der Seite
und viel Spielzeug, fühlen sich die jungen Wasserratten im
feuchten Element auf Anhieb pudelwohl. Die beliebtesten Schwimmutensilien:
Quietscheentchen und Plastikschiffchen.
Wasser
ist Tills Element
Der einjährige
Till gehört zu den besonders talentierten im Kurs: Ohne Hilfe
hält er sich nur mit seinen Schwimmflügelchen bereits
allein über Wasser. "Wasser ist Tills Element. Hoffentlich
lernt er bald schwimmen," wünscht sich seine Mutter Martina
Kühne (32).
Vielleicht geht ihr Wunsch schon bald in Erfüllung: Früh
übt sich, wer bekanntlich ein Meister werden will.
Die Babieschwimmkurse finden von Montag bis Sonntag jeweils von
9 bis 12 Uhr, donnerstags zusätzlich um 17.15 Uhr, statt.
Näheres unter ~ 791 23 44 oder 791 42 72.
RB
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DER
TAGESSPIEGEL 1993:
Der jüngste Schwimmer ist vier Wochen alt
In der 1. Berliner Kinderschwimmschule verlieren 200 Babies
die Angst vor dem Wasser
STEGLITZ
Schon morgens, wenn Jaqueline Wiemann die Tasche
für das Baby-Schwimmen packt, freut sich der kleine Vincent
auf seinen Schwimmkurs. "Gleich wenn wir das Bad betreten, erkennt
er die Umgebung wieder und will sofort ins Wasser", sagt die Mutter.
Vincent ist erst 13 Monate alt. Er gehört zu den rund 200
Babies, die in der 1. Berliner Kinderschwimrnschule in Steglitz
schon mit vier Wochen erste Erfahrungen mit dem feuchten Element
machten.
Mit Gummifolie und Frotteehöschen geht es schnell noch unter
die Dusche, dann werden die Enten und Bälle ungeduldig im
kinderfreundlichen 36 Grad warmen Wasser begrüßt. Bis
die Babies sieben Monate alt sind, wird nur gespielt; dann werden
sie an die Schwimmflügel gewöhnt. Damit üben sie
zunächst, das Gleichgewicht im Wasser zu halten und schließlich
auch vorwärts zu paddeln. Außerdem lernen die Babies,
sich aus dem Sitzen am Beckenrand, vorwärts in das Wasser
"abzurollen". Schwimmring und Schwimmsprossen helfen ihnen zu
erfahren, wie sie strampelnd die Richtung ändern können.
Neben den "anstrengenden" Aufgaben, wie Festhalten mit einer Hand
am Beckenrand, steht immer wieder das Spielen im Vordergrund.
"Die Unterstützung der Eltern, sei es durch bestimmte Griffe,
Übungen, aber auch durch gutes Zureden, ist fur die Kinder
sehr wichtig. Sie geben ihren Kleinen Sicherheit und werden so
behutsam an das Wasser herangeführt", sagt Schwimmlehrer
Veit Hennig von der Steglitzer Kinderschwimmschule. Schon seit
24 Jahren gehört das Babieschwimmen hier zum festen Angebot.
"Diese ersten Schwimmversuche dienen in erster Linie zur Wassergewöhnung
und sind kein regulärer Schwimmunterricht. Viel mehr ist
es eine Gymnastik für Eltern und Kinder, die die Entwicklung
der Babieschwimmer in vielfältiger Weise fördert", erklärt
Henning. "Neben der Beweglichkeit werden dadurch Auffassungsgabe,
Sozialverhalten und die allgemeine körperliche Entwicklung
gefördert."
So können viele Kinder schwimmen, bevor sie Laufen gelernt
haben. Andrea Bonck hat außerdem den Eindruck, daß
Nicolas durch die Schwimmübungen schon viel selbstbewußter
geworden ist. "Er bewegt sich im Wasser wie ein kleiner Fisch
und freut sich, wenn er mit anderen Kindern um die Wette planschen
kann." Sie ging mit Nicolas zum Babieschwimmen, weil ihr älterer
Sohn Angst vor dem Wasser hatte. "Dadurch hatte er beim Schwimmunterricht
Probleme. Ich wollte nicht noch mal den gleichen Feh1er machen",
sagt die Mutter. "Außerdem macht es einfach Spaß,
mit den Kleinen im Wasser herumzutollen."
Ein Kurs umfaßt 20 halbe Stunden. Das feuchtfröhliche
Badevergnügen kann mit einer kostenlosen Probestunde beginnen.
Weitere Informationen gibt die 1. Berliner Kinderschwimmschule
unter der Telefonnummer 7 91 23 44 oder 7 91 42 72
ANDREA VOGELSANG
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BERLINER
MORGENPOST 31.5.2001
Wenn Oma die Schwimmflügel anlegt
Mutige Senioren besiegen ihre Angst vor dem Wasser und nehmen
bei erfahrenen Lehrern Unterricht
Sonnenschein
und blauer Himmel, und vor Ihnen glitzert ein See. Aber jetzt
stellen Sie sich vor, Sie können nicht schwimmen. Damit
wären Sie in guter Gesellschaft. «Mehr als 25 Prozent
der Erwachsenen über 18 Jahre sind Nichtschwimmer»,
sagt Olaf Bauroth, Schwimmlehrer und Mitinhaber der 1. Berliner
Kinderschwimm-Schule in Steglitz, die auch Kurse für Frauen
und Männer anbietet. Dabei sind es gerade ältere Frauen,
die mit 60 Prozent die Mehrheit der Nichtschwimmer bilden.
Wie zum
Beispiel Hilde Leitner: «Bei uns im Dorf gab es keine
Möglichkeit, schwimmen zu lernen», erzählt sie,
«noch nicht einmal Badeanzüge hatten wir.»
Später, nach dem Krieg, musste die 71-Jährige hart
arbeiten und hatte keine Zeit für Unterricht. «Sicherlich
tut es mir heute Leid, aber ich habe aufgepasst, dass jedes
meiner fünf Kinder schwimmen lernte», erzählt
Frau Leitner stolz.
Und manchmal
sind es dann auch die Kinder oder Enkelkinder, die den Anstoß
geben, auch in späteren Jahren noch mit dem Schwimmenlernen
anzufangen. «Was, Oma, du kannst nicht schwimmen?»
wurde Edith Müller von ihrer Enkelin fassungslos gefragt.
Die 65-Jährige ist ein typisches Beispiel für ein
Nichtschwimmer-Schicksal. Als Kind wäre sie fast ertrunken.
Ein unerschrockener Vater warf sie einfach ins Wasser nach dem
Motto: «Stell dich nicht so an, schwimmen kann jeder.»
Geblieben ist die Angst vor dem Wasser.
Die Angst
vor dem nassen Element abzubauen ist denn auch die erste Aufgabe
des Lehrers. Das Wasser in dem kleinen Becken der 1. Berliner
Kinderschwimm-Schule ist maximal 1,50 Meter tief und 36 Grad
warm. Der Schüler bekommt Schwimmflügel und Gürtel,
genau wie die Kinder, nur größer, und lernt erst
einmal, sich ganz ruhig auf das Wasser zu legen. Schrittweise
kommen dann zuerst die Beinbewegungen, weil die bestimmend für
die Wasserlage sind. Später lernt man, die Arme richtig
einzusetzen. Dabei gibt es laut Olaf Bauroth zwischen Kindern
und Erwachsenen kaum Unterschiede. «Es gibt mutige Kinder
und mutige Erwachsene», betont er, «ältere
Menschen haben vielleicht eher Respekt vor dem Wasser als Kinder.»
Sein ältester Schüler war übrigens 84 Jahre alt.
Viel Geduld
ist auf alle Fälle notwendig, betont Schwimmlehrer Bauroth.
Ängste müssen ganz bewußt angegangen werden.
So ist er auch dabei, wenn sich seine Schwimmschüler das
erste Mal ins öffentliche Freibad wagen. Allerdings ist
es älteren Damen dort bei Wassertemperaturen von 25 Grad
zu kalt. Trotzdem will Marie Zygelsky (66) jetzt ihrer Freundin
im Hallenbad beweisen, dass sie es gelernt hat. «Jetzt
lerne ich auch noch Rückenschwimmen.»
Aber wenn
Angst oder Respekt vor dem Wasser überwunden sind, bleiben
glückliche Schwimmer zurück. Ursula Baum (77) bekam
den Kurs zu ihrem 70. Geburtstag von ihren Kindern geschenkt.
Heute kommt sie nur noch regelmäßig zur Korrektur
ihres Schwimmstils und kann jedem älteren Menschen nur
empfehlen, schwimmen zu lernen».
SHARONA
ZURIEL
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